Geschichte der Pfarre

Die Pfarrkirche wurde 1170 erstmals urkundlich genannt, doch bedeutende Historiker nennen sie schon 860 im Vertrag von Mattighofen als „ecclesia ad Sabnizam“ – „Kirche an der Safen“.
Die Kirche hatte eine Reihe von Stürmen aus dem Osten zu überstehen. Sie wurde 1418 von den Ungarn belagert, damals brannte der Pfarrhof nieder;  1529 und 1532 wurde sie von den Türken zerstört, brannte 1605 abermals ab und ist 1683 von den Kuruzzen ausgeraubt worden. Zwischen 1685 und 1690 wurde die jetzige Kirche unter Einbeziehung der alten Grundfesten und erhaltenen Mauerwerke gebaut. Barockbaumeister war damals Domenico Orsolino. Die Kirche ist der Hl. Margareta von Antiochien geweiht, welche zu den mächtigsten Fürbitterinnen der Vierzehn Nothelfer gehört. Sie ist die Patronin der Bauern, der Jungfrauen, der Gebärenden für eine glückliche Geburt und gegen die Unfruchtbarkeit. Ihr Namensfest wird am 20.07. gefeiert.
 
Kirche - Innenansicht: Marienaltar, Kanzel und Glücksrad   Kirche Innenansicht: Hochaltar und Seitenaltäre
 
Das Gebäude hat einen rechteckigen Grundriss und wird im Westen von einer hohen Giebelwand, im Osten von einem mächtigen Turm begrenzt. Am Steinportal im Westen ist der Baubeginn mit 1689 angegeben. Dem Turm ist ein gegliederter Zwiebelhelm aufgesetzt.  Auf der Turmspitze befindet sich ein zweibalkiges  Kreuz.
Das Kirchenschiff ist aus drei Gewölbejochen gebildet, die auf flachen Wandpfeilern aufsitzen. Den fast quadratischen Chorraum überdeckt ein Kreuzgratgewölbe, an seinen Seiten sind die Sakristei und die Oratorien angebaut.
Die Kirchenfenster stammen aus dem Jahr 1902 und sind den 4 Evangelisten geweiht. Die barocke Innenausstattung stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Der Hochaltar ist aus dem Jahr 1721. Das Hauptbild des Vorauer Stiftmalers Cyriak Hackhofer zeigt die Kirchenpatronin auf einer Wolkenbank kniend und von Engeln umgeben, die nach der Enthauptung ihre Seele in den Himmel trugen. Zwischen den Säulen sind überlebensgroße Heiligenstatuen: Ganz links Johannes der Täufer, dann Petrus, Paulus und Josef. Der Tabernakel ist Ende des 18. Jahrhunderts entstanden. Über dem Hauptaltarbild ist im 19. Jahrhundert ein Ölbild hinzugekommen, welches den Hl. Bischof Blasius zeigt.
An der linken Mauerwand befindet sich das mittelalterliche Bild eines Glücksrades. Es wurde bei der Innenrenovierung im Jahr 1990 entdeckt. Leider sind Teile mit dem Maurerfäustel zerstört worden, doch die Restauratorin Mag. Julia Günther konnte noch wesentliche Teile des Bildes retten. Beim Bild handelt es sich um ein großes ockerfärbiges Rad mit kreuzförmiger Achse, welches von 4 Königen gedreht wird, in dessen Mitte die Reste eines roten Kleides zu erkennen sind. Das Bild in der Größe von 3 x 4 Metern stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist ziemlich selten zu finden. Neben dem Glücksrad befindet sich eine Nische mit einem Rundbogen. Es handelt sich um ein übermauertes gotisches Tor, welches durch seine Tiefe darauf hinweist, dass die neue Kirche auf Fundamenten der alten gebaut wurde.
Die um 1730 gestaltete Kanzel weist reiches Schnitzwerk auf. Gegenüber der Kanzel befindet sich eine Pieta aus dem 18. Jahrhundert. Die Seitenaltäre sind aus den Jahren 1723 und 1732. Links befindet sich der Frauenaltar mit einer Marienstatue und den Eltern der Muttergottes, der Hl. Anna und dem Hl. Joachim. Der rechte Josefsaltar ist dem Hl. Josef mit dem Jesuskind geweiht. Die Orgel wurde 1730 erwähnt, ist aber 1957 durch ein neues Werk ersetzt worden.
 
Der Pfarrhof bestand ursprünglich aus dem Wohn- und Verwaltungsgebäude und einem vierseitigen Wirtschaftshof. Der zentrale Bau ist bei den Kuruzzeneinfällen des Jahres 1704 niedergebrannt worden und wurde großteils abgerissen und in den Jahren 1773 – 1774 in der heutigen Form neu errichtet. In den Jahren 2009 und 2010 wurde der Pfarrhof generalsaniert.
 
Pfarrhof mit Pfarrkirche
 
Neben dem Pfarrhof und der Kirche befindet sich ein römisches Freilichtmuseum.
 


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